Putzhilfe, Gärtner, Pflegedienst oder Winterdienst – all diese Leistungen können Sie in Deutschland direkt von der Steuer absetzen. Das Finanzamt beteiligt sich gemäß § 35a EStG mit bis zu 4.000 Euro jährlich an Ihren Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen. Dennoch verschenken Millionen Haushalte diesen Steuervorteil jedes Jahr – oft aus Unwissenheit über die genauen Voraussetzungen und Regeln.
Haushaltsnahe Dienstleistungen sind nach § 35a EStG zu 20 % der Arbeitskosten von der Steuer absetzbar – maximal 4.000 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Voraussetzung: offizielle Rechnung und bargeldlose Zahlung. Putzhilfe, Gartenpflege, Pflege- und Betreuungsleistungen sowie Winterdienst zählen dazu. Materialkosten und Barzahlungen werden vom Finanzamt generell abgelehnt.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?
- Vollständige Liste: Was zählt dazu?
- Was ist nicht absetzbar?
- Haushaltsnahe Dienstleistungen vs. Handwerkerleistungen
- Steuerersparnis und Höchstgrenzen 2026
- Voraussetzungen: Was das Finanzamt verlangt
- Typische Fehler, die zur Ablehnung führen
- So tragen Sie es in die Steuererklärung ein
- Profi-Strategie: Beide Kategorien kombinieren
- FAQ – Häufige Fragen
- Fazit
Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen? § 35a EStG einfach erklärt
Der Begriff „haushaltsnahe Dienstleistungen“ ist im deutschen Steuerrecht in § 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Leistungen, die Sie üblicherweise selbst erledigen würden, aber an einen professionellen Dienstleister auslagern, können Sie steuerlich geltend machen – sofern sie im oder unmittelbar am Privathaushalt erbracht werden.
Der Gesetzgeber unterscheidet drei Kategorien:
- Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse – z. B. eine fest angestellte Haushaltshilfe (Minijob oder sozialversicherungspflichtig)
- Haushaltsnahe Dienstleistungen – externe Dienstleister wie Reinigungsunternehmen, Gartenpflegebetriebe oder Winterdienste
- Handwerkerleistungen – Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten am Haus (eigene Höchstgrenze: max. 1.200 €)
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Vollständige Liste: Was zählt zu haushaltsnahen Dienstleistungen?
Grundregel: Die Leistung muss in engem Zusammenhang mit Ihrer Haushaltführung stehen und im oder direkt am Haushalt erbracht werden. Das Finanzamt erkennt diese Kategorien an:
Reinigung und Pflege
- Haushaltsreinigung (Putzen, Staubsaugen, Wischen)
- Fenster putzen (innen und außen)
- Teppichreinigung
- Treppenhausreinigung – auch bei Mietwohnungen via Nebenkostenabrechnung
- Wäsche waschen und bügeln
Garten und Außenbereich
- Rasenmähen
- Heckenschneiden
- Unkraut jäten und Laubentfernung
- Bewässerung und Beetpflege
- Baumschnitt (Pflege – nicht Neugestaltung)
Winterdienst und Hausmeisterleistungen
- Schneeräumen auf Gehwegen und Einfahrten
- Streudienst
- Allgemeine Hausmeisterleistungen
Pflege und Betreuung
- Pflege von Angehörigen im Privathaushalt durch einen Pflegedienst
- Betreuungsleistungen durch externe Dienstleister
- Tierpflege und Hütedienste im Haushalt
Was ist nicht absetzbar? Ausschlüsse auf einen Blick
Nicht jede Ausgabe rund ums Haus wird anerkannt. Das Finanzamt lehnt folgende Posten ab:
- Materialkosten: Nur Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten sind absetzbar – keine Reinigungsmittel, kein Saatgut, keine Pflanzen
- Neugestaltung von Garten oder Grundstück: Neu angelegte Beete, Gartenteiche oder Pflasterflächen fallen unter Handwerkerleistungen
- Personenbezogene Dienstleistungen außerhalb des Haushalts: Friseur, Masseur oder Arztbesuche gehören nicht dazu
- Öffentliche Dienstleistungen: Müllabfuhr, Kanalreinigung oder Straßenreinigung durch die Gemeinde
- Leistungen für vermietete Immobilien: Nur der selbst genutzte Wohnbereich zählt
Haushaltsnahe Dienstleistungen vs. Handwerkerleistungen: Der Unterschied
Viele Hausbesitzer verwechseln die beiden Kategorien – dabei ist ihr Zusammenspiel entscheidend für die maximale Steuerersparnis:
| Merkmal | Haushaltsnahe Dienstleistungen | Handwerkerleistungen |
|---|---|---|
| Steuerermäßigung | 20 % der Arbeitskosten | 20 % der Arbeitskosten |
| Max. Steuererstattung/Jahr | 4.000 € | 1.200 € |
| Absetzbare Kosten max. | 20.000 € Arbeitskosten/Jahr | 6.000 € Arbeitskosten/Jahr |
| Typische Beispiele | Putzkraft, Gärtner, Pflegedienst | Elektriker, Maler, Sanitärinstallateur |
| Kombinierbar? | ✅ Ja – beide Höchstgrenzen gelten unabhängig voneinander | |
Details zu absetzbaren Handwerkerkosten lesen Sie in unserem Ratgeber: Handwerkerkosten steuerlich absetzen – dort erfahren Sie, welche Sanierungsleistungen konkret anerkannt werden.
Steuerersparnis auf einen Blick: Höchstgrenzen 2026
Bis zu 5.200 € Steuererstattung möglich
4.000 € (haushaltsnahe Dienstleistungen) + 1.200 € (Handwerkerleistungen) – vollständig kombinierbar
Ein praktisches Rechenbeispiel: Sie beauftragen das ganze Jahr eine Putzkraft für 200 € pro Monat (Rechnung, bargeldlos). Das ergibt 2.400 € Jahreskosten. Davon setzt das Finanzamt 20 % = 480 € direkt von Ihrer Steuerschuld ab – nicht vom Einkommen, sondern von der fertigen Steuer. Das ist bares Geld zurück.
Wichtig: Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen wird direkt von Ihrer Einkommensteuerschuld abgezogen. Wenn Ihre Steuer 3.000 € beträgt und Sie 480 € geltend machen, zahlen Sie nur noch 2.520 €.
Voraussetzungen: Was das Finanzamt verlangt
Das Finanzamt prüft diese Voraussetzungen sehr genau. Nur wenn alle Punkte erfüllt sind, wird die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen gewährt:
- Offizielle Rechnung: Sie müssen eine ordnungsgemäße Rechnung des Dienstleisters vorweisen. Kassenzettel oder mündliche Vereinbarungen reichen nicht.
- Bargeldlose Zahlung: Die Zahlung muss per Überweisung, Dauerauftrag, Lastschrift oder Verrechnungsscheck erfolgt sein. Barzahlung wird grundsätzlich abgelehnt – auch mit Quittung.
- Getrennte Ausweisung von Arbeits- und Materialkosten: Die Rechnung muss Lohnkosten, Fahrtkosten und Maschinenkosten separat von den Materialkosten ausweisen.
- Leistung im Haushalt: Die Dienstleistung muss in Ihrer Wohnung, auf Ihrem Grundstück oder in direktem Zusammenhang mit Ihrem Privathaushalt erbracht worden sein.
- Legales Beschäftigungsverhältnis: Der Dienstleister muss offiziell tätig sein. Schwarzarbeit schließt die Steuerermäßigung aus und kann zusätzlich mit Bußgeldern bestraft werden.
Typische Fehler, die zur Ablehnung führen
In unserer Erfahrung sind es immer wieder die gleichen Fehler, die dazu führen, dass das Finanzamt die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen ablehnt:
Fehler 1: Barzahlung
Der häufigste Fehler. Viele zahlen die Putzhilfe oder den Gärtner bar – das Finanzamt akzeptiert das nicht, selbst wenn eine Quittung vorliegt. Zahlen Sie immer per Überweisung und behalten Sie den Kontoauszug als Nachweis.
Fehler 2: Gesamtrechnung ohne Aufschlüsselung
Eine Pauschalrechnung ohne Trennung von Lohn und Material reicht nicht. Bestehen Sie darauf, dass Ihr Dienstleister Arbeitskosten und Materialkosten getrennt ausweist – auch wenn Sie bereits lange Stammkunde sind.
Fehler 3: Materialkosten geltend machen
Reinigungsmittel, Rasensamen, Gartenerde oder ähnliche Materialien sind nicht absetzbar. Nur die reine Dienstleistung – also Lohn, Fahrt und Maschinenstunden – wird anerkannt.
Fehler 4: Außerhalb des Haushalts erbrachte Leistungen
Bringt die Putzkraft die Wäsche zur externen Reinigung? Werden Pflegeleistungen in einer externen Einrichtung erbracht? Diese Leistungen zählen nicht – sie müssen direkt im oder am Privathaushalt stattfinden.
Fehler 5: Schwarzarbeit beauftragen
Wer auf eine Rechnung verzichtet, verliert nicht nur die Steuerermäßigung. Im Schadensfall hat der Auftraggeber bei Schwarzarbeit keinen rechtlichen Gewährleistungsanspruch. Beauftragen Sie nur seriöse, IHK-geprüfte Handwerksbetriebe und Dienstleister, die ordnungsgemäß abrechnen.

So tragen Sie haushaltsnahe Dienstleistungen in die Steuererklärung ein
Die Steuerermäßigung wird nicht automatisch gewährt – Sie müssen sie aktiv in der Steuererklärung beantragen. So gehen Sie vor:
- Belege sammeln: Alle Rechnungen und Überweisungsbelege des Jahres zusammenstellen. Die Belege müssen Sie nicht einreichen, aber für eventuelle Rückfragen aufbewahren.
- Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen ausfüllen: In der Steuererklärung gibt es die spezielle Anlage „Haushaltsnahe Aufwendungen“. Hier tragen Sie die Arbeitskosten ein.
- Nur Arbeitskosten eintragen: Aus der Rechnung nur den Lohn- und Fahrkostenanteil übernehmen – niemals den Materialkostenanteil.
- Getrennt nach Kategorien: Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in getrennten Zeilen eintragen – sie haben unterschiedliche Höchstgrenzen.
- Belege aufbewahren: Das Finanzamt kann Rechnungen und Kontoauszüge anfordern. Mindestens 4 Jahre aufbewahren.
Profi-Strategie: Beide Kategorien kombinieren und bis zu 5.200 € sparen
Der größte Steuervorteil entsteht, wenn Sie haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen intelligent kombinieren. Beide Höchstgrenzen sind vollkommen unabhängig voneinander – Sie können also theoretisch beide maximal ausschöpfen.
Praxisbeispiel: Ein Hausbesitzer lässt im gleichen Jahr das Bad komplett renovieren und beschäftigt dauerhaft eine Putzkraft sowie einen Gartenpflegebetrieb:
| Leistung | Arbeitskosten/Jahr | Steuerermäßigung (20 %) |
|---|---|---|
| Putzkraft (200 €/Monat) | 2.400 € | 480 € |
| Gartenpflegebetrieb (Jahresvertrag) | 3.600 € | 720 € |
| Badrenovierung – Handwerkerleistung | 4.000 € (Lohnanteil) | 800 € |
| Gesamt | 10.000 € | 2.000 € Steuererstattung |
In diesem Beispiel werden 2.000 € direkt von der Steuerschuld abgezogen. Wir empfehlen, zum Jahresstart einen Überblick über alle geplanten Haushaltsausgaben zu erstellen und zu prüfen, welche davon steuerlich absetzbar sind. Häufig ist mehr möglich, als Hausbesitzer zunächst annehmen.
FAQ – Häufige Fragen zu haushaltsnahen Dienstleistungen und Steuer
Kann ich haushaltsnahe Dienstleistungen auch als Mieter absetzen?
Muss ich die Belege beim Finanzamt einreichen?
Lassen sich beide Steuervergünstigungen kombinieren?
Gilt die Steuerermäßigung auch für Zweitwohnungen?
Was passiert, wenn die Steuerermäßigung meine Steuerschuld übersteigt?
Wie finde ich einen seriösen Dienstleister mit ordnungsgemäßen Rechnungen?
Fazit: Haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen lohnt sich
Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen ist einer der lukrativsten und zugleich meistunterschätzten Steuervorteile in Deutschland. Mit bis zu 4.000 Euro jährlich direkt von der Steuerschuld – kombinierbar mit weiteren 1.200 Euro für Handwerkerleistungen – lassen sich erhebliche Summen zurückholen.
Die Voraussetzungen sind überschaubar: offizielle Rechnung, bargeldlose Zahlung, Arbeitskosten separat ausweisen. Wer jetzt einen seriösen Handwerksbetrieb oder Dienstleister beauftragen möchte, der auch steuerlich anerkannte Rechnungen ausstellt, findet in unserer Datenbank mit mehr als 2.000 IHK-geprüften Betrieben die passenden Fachleute in ganz Deutschland.
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