Eine Rigipswand selber bauen kostet als Material rund 20 bis 40 € pro Quadratmeter und lässt sich mit Ständerwerk aus Metallprofilen, Gipskartonplatten und etwas handwerklichem Geschick an einem Wochenende errichten. Wichtig sind eine saubere Planung von Länge, Höhe und Anforderungen wie Schallschutz, ein exakt ausgerichtetes Metallständerwerk sowie sorgfältiges Spachteln der Fugen für ein unsichtbares Endergebnis.
Inhaltsverzeichnis
Eine zusätzliche Wand schafft Raum, Ruhe und Struktur – ob als Trennwand im Wohnzimmer, als Abtrennung im Homeoffice oder als Vorwand im Bad. Wer eine Rigipswand selber bauen möchte, muss dafür kein gelernter Trockenbauer sein: Mit dem richtigen Material, einer sauberen Planung und etwas Geduld gelingt eine stabile, schallgedämmte Trennwand auch in Eigenregie. In unserer Erfahrung scheitert das Projekt selten am handwerklichen Können, sondern an fehlender Vorbereitung – genau hier setzt dieser Ratgeber an.
Gerade bei kleineren Wohnungen und im Homeoffice-Boom der letzten Jahre fragen uns viele Leserinnen und Leser, wie sie mit überschaubarem Aufwand zusätzlichen Raum schaffen können, ohne gleich einen Bautrupp zu beauftragen. Die Antwort ist fast immer dieselbe: Trockenbau. Er ist leicht, staubarm im Vergleich zum Mauern und – anders als eine gemauerte Wand – noch am selben Tag wieder veränderbar, falls sich die Raumaufteilung später ändern soll.
Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie der Aufbau einer Trockenbauwand aus Metallständerwerk und Gipskartonplatten funktioniert, welches Werkzeug und Material Sie brauchen, mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen müssen und wann sich die Beauftragung eines Handwerksbetriebs mehr lohnt als der Eigenbau.
Was ist eine Rigipswand und wofür eignet sie sich?
Eine Rigipswand – der Name geht auf die bekannte Gipskartonplatten-Marke Rigips zurück und wird umgangssprachlich für praktisch jede Trockenbauwand verwendet – besteht aus einem Ständerwerk aus Metallprofilen, das beidseitig mit Gipskartonplatten beplankt wird. Der Hohlraum dazwischen nimmt Dämmmaterial auf, das für Schallschutz und je nach Ausführung auch für Wärmedämmung sorgt.
Im Gegensatz zu einer gemauerten Wand ist eine Trockenbauwand leicht, schnell aufgebaut und ohne große Trocknungszeiten nutzbar. Sie eignet sich ideal für nichttragende Raumtrennungen: neue Zimmeraufteilungen, Homeoffice-Abtrennungen, Vorsatzschalen vor Bestandswänden oder Verkleidungen für Installationsleitungen. Für tragende Wände oder Wände mit hohen statischen Anforderungen ist Trockenbau dagegen nicht geeignet – hier braucht es Massivbauweise und in jedem Fall eine statische Prüfung.
Ein weiterer Vorteil: Die Wandstärke lässt sich über die Profilbreite flexibel wählen, meist zwischen 75 mm und 100 mm zuzüglich der Plattendicke. Wer besonders schmale Trennwände braucht, etwa in kleinen Fluren, wählt schmalere Profile; wer maximalen Schallschutz will, greift zu breiteren Profilen mit doppelter Dämmschicht. Anders als bei einer gemauerten Wand lässt sich diese Entscheidung noch kurzfristig treffen, ohne dass dadurch Mehrkosten in nennenswerter Höhe entstehen.
Rigipswand selber bauen: Das brauchen Sie an Werkzeug und Material
Bevor es losgeht, sollten Sie Werkzeug und Material vollständig bereitlegen. Nichts bremst ein Wochenendprojekt so sehr wie ein fehlendes Werkzeug am Samstagnachmittag.
| Material | Funktion |
|---|---|
| UW-Profile | Bodenschiene und Deckenschiene des Ständerwerks |
| CW-Profile | Senkrechte Ständer, im Abstand von 62,5 cm |
| Gipskartonplatten (12,5 mm) | Beplankung beider Wandseiten |
| Mineralwolle-Dämmung | Schallschutz und Wärmedämmung im Hohlraum |
| Schnellbauschrauben | Befestigung der Platten am Ständerwerk |
| Dichtungsband | Schallentkopplung zwischen Profil und Bestandsbauteil |
| Spachtelmasse und Fugenband | Verspachteln der Plattenstöße |
Beim Werkzeug reicht meist das, was ohnehin in der Heimwerker-Grundausstattung steckt: Blechschere oder Profilschneider, Akkuschrauber mit Schnellbauschrauber-Bit, Wasserwaage und Laser-Wasserwaage, Tacker für Dichtungsband, Cuttermesser für Gipskartonplatten, Spachtel in mehreren Breiten sowie Maßband und Anschlagwinkel für exakte Zuschnitte.
- Akkuschrauber mit Bohr- und Schraubfunktion
- Wasserwaage (mindestens 1 m) und Laser-Linien-Nivelliergerät
- Blechschere oder Kappsäge mit Metallblatt für Profile
- Cuttermesser mit Wechselklingen für Gipskarton
- Spachtel-Set (10 cm, 20 cm, 30 cm Breite)

Planung: Wand richtig vermessen und Anforderungen klären
Eine saubere Planung entscheidet über Erfolg oder Frust. Klären Sie vor dem Materialkauf folgende Punkte:
- Position und Verlauf: Markieren Sie den geplanten Wandverlauf mit Kreidelinie oder Laser auf Boden, Wand und Decke.
- Länge und Höhe: Notieren Sie die exakten Maße für die Materialbestellung – lieber 10 % Reserve einplanen.
- Schallschutz: Für Schlaf- und Arbeitszimmer empfiehlt sich eine doppelte Beplankung oder ein versetztes Doppelständerwerk.
- Türen und Durchgänge: Zargentyp und Türgröße müssen vor dem Ständerwerksbau feststehen, da die Öffnung ausgesteift werden muss.
- Elektroinstallation: Planen Sie Leerrohre für Steckdosen oder Lichtschalter ein, bevor die erste Plattenseite geschlossen wird.
Handwerksratgeber.de-Tipp: Wer plant, in der neuen Wand später eine Tür einzubauen, sollte sich vorab mit den gängigen Zargentypen befassen – unser Ratgeber Türrahmen einbauen zeigt, welche Zarge zu welcher Wandstärke passt und worauf Sie beim Einbau achten müssen.
Schritt 1: Ständerwerk aus UW- und CW-Profilen aufbauen
Der Aufbau des Ständerwerks ist der wichtigste Arbeitsschritt – hier entscheidet sich, ob die Wand später gerade und stabil steht.
- UW-Profile mit Dichtungsband bekleben und entlang der markierten Linie an Boden und Decke verschrauben.
- CW-Profile im Abstand von 62,5 cm (Standard-Plattenbreite) senkrecht einsetzen und mit der Wasserwaage exakt ausrichten.
- Zusätzliche CW-Profile an Wandanschlüssen, Ecken und Türöffnungen für Stabilität einbauen.
- Bei Türöffnungen tragende Profile doppeln oder mit Holzeinlage verstärken.
Schritt 2: Erste Seite beplanken
Ist das Ständerwerk ausgerichtet, wird zunächst eine Seite mit Gipskartonplatten geschlossen. Die Platten werden im Abstand von etwa 25 cm mit Schnellbauschrauben an den Profilen befestigt, die Schraubköpfe leicht versenkt, ohne die Kartonschicht zu beschädigen. Plattenstöße sollten nie exakt auf einem Ständer aufeinandertreffen, sondern versetzt angeordnet werden – das erhöht die Stabilität und erleichtert später das Verspachteln.
Schritt 3: Dämmung, Installation und zweite Seite schließen
Bevor die zweite Seite geschlossen wird, ist der Hohlraum zugänglich – jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Mineralwolle-Dämmung und alle Elektroleitungen. Die Dämmung wird stramm zwischen die Profile geklemmt, ohne Hohlräume oder Lücken zu lassen, da diese sonst zu Schallbrücken werden. Elektroleitungen verlegen Sie in Leerrohren, die Sie an den vorgesehenen Stellen für Steckdosen und Schalter aus der Beplankung führen. Prüfen Sie an dieser Stelle auch gleich, ob Wasser- oder Datenleitungen mitverlegt werden sollen – nachträglich ist das nur mit erneutem Öffnen der Wand möglich.
Sind Dämmung und Installationen komplett, wird die zweite Seite ebenso wie die erste beplankt – auch hier versetzte Plattenstöße und ein Schraubenabstand von rund 25 cm. Kontrollieren Sie abschließend noch einmal alle Kanten auf festen Sitz und schneiden Sie überstehende Plattenränder an Boden, Decke und Wandanschlüssen sauber zu. Erst wenn beide Seiten fest sitzen und keine Platte mehr wackelt, ist die Rohbauphase der Trockenbauwand abgeschlossen.
Fugen spachteln und Oberfläche vorbereiten
Der letzte und für das Erscheinungsbild entscheidende Schritt ist das Verspachteln der Plattenstöße. Fugenband in die erste Spachtelschicht einbetten, trocknen lassen, anschließend zwei weitere Spachtelschichten in zunehmender Breite auftragen und dazwischen jeweils vollständig trocknen und schleifen. Auch die versenkten Schraubköpfe werden verspachtelt.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Profi-Tipps zum Verspachteln von Rigips-Fugen und häufigen Fehlern finden Sie in unserem Ratgeber Rigips richtig spachteln. Nach dem Schleifen ist die Wand bereit für Tapete, Farbe oder andere Wandbeläge – Anregungen dazu liefert unser Artikel Wand streichen: Profi-Anleitung.
Was kostet eine Rigipswand pro m²?
20 – 40 € pro m² (Material) · 40 – 80 € pro m² (inkl. Handwerkerleistung)
Materialkosten allein liegen bei etwa 5 – 15 € pro m², abhängig von Plattenstärke, Dämmung und Schallschutzanforderungen.
Beim Materialeinkauf machen einfache Gipskartonplatten den günstigsten Posten aus, während Feuchtraumplatten, zusätzliche Dämmschichten oder ein Doppelständerwerk für erhöhten Schallschutz die Kosten spürbar erhöhen. Wer die Wand komplett von einem Handwerksbetrieb aufbauen lässt, zahlt inklusive Arbeitszeit meist 40 bis 80 € pro Quadratmeter – abhängig von Region, Wandhöhe und Zusatzleistungen wie Türeinbau oder Elektroinstallation.
Regional schwanken die Preise spürbar: In Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Stundensätze für Trockenbauer meist am oberen Ende der Spanne, während Betriebe in ländlicheren Regionen oft günstiger kalkulieren. Wer mehrere Wände gleichzeitig bauen lässt, kann zudem häufig einen Mengenrabatt aushandeln, da sich Materialbestellung und Anfahrt für den Betrieb besser verteilen. Ein Kostenvoranschlag von mindestens zwei Betrieben lohnt sich in jedem Fall, bevor Sie sich festlegen.
Häufige Fehler beim Rigipswand-Bauen vermeiden
Aus zahlreichen Kundengesprächen mit Betrieben aus unserer Datenbank kennen wir die typischen Stolperfallen beim Trockenbau in Eigenregie. Die meisten davon lassen sich mit wenig Mehraufwand vermeiden, wenn Sie sie von Anfang an im Blick behalten:
- Ständerwerk nicht exakt lotrecht ausgerichtet – führt zu sichtbaren Wellen nach dem Spachteln
- Dämmung zu locker eingebracht oder mit Hohlräumen – verschlechtert den Schallschutz erheblich
- Schraubenabstand zu groß gewählt – Platten arbeiten und reißen an den Fugen
- Elektroplanung vergessen – nachträgliches Öffnen der geschlossenen Wand verursacht unnötigen Mehraufwand
- Zu wenig Trocknungszeit zwischen den Spachtelschichten – führt zu Rissen in der Oberfläche
Wann Sie besser einen Handwerksbetrieb beauftragen
Für eine einfache, nichttragende Trennwand im Trockenbau reicht handwerkliches Grundwissen meist aus. Anders sieht es aus, sobald tragende Bauteile berührt werden, hohe Schallschutzanforderungen gelten (etwa bei Mehrfamilienhäusern), oder umfangreiche Elektro- und Sanitärinstallationen in die Wand integriert werden sollen. In diesen Fällen sollten Sie einen erfahrenen Handwerksbetrieb beauftragen – nicht zuletzt, weil Fehler bei Statik oder Elektrik ein Sicherheitsrisiko darstellen können.
Über unseren Handwerksratgeber finden Sie IHK-geprüfte Experten in unserer Datenbank mit mehr als 2.000 gelisteten Handwerksbetrieben aus ganz Deutschland – vom Trockenbauer bis zum Elektriker für die Innenverkabelung. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Projekt für den Eigenbau geeignet ist, lohnt sich vorab eine kurze fachliche Einschätzung. Viele Betriebe bieten außerdem einen kombinierten Service an: Sie übernehmen die anspruchsvollen Schritte wie Statik, Elektro und Schallschutz, während Sie selbst beim Beplanken oder Spachteln mit anpacken – so lassen sich Materialkosten sparen, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen.
Häufige Fragen zum Rigipswand selber bauen (FAQ)
Kann ich eine Rigipswand ohne Vorkenntnisse selbst bauen?
Wie viel kostet eine Rigipswand pro Quadratmeter?
Welche Dämmung eignet sich für eine Trockenbauwand?
Kann ich in einer Rigipswand auch Steckdosen und Schalter einbauen?
Wie lange dauert der Bau einer Rigipswand?
Eignet sich eine Rigipswand auch für das Badezimmer?
Fazit: Rigipswand selber bauen lohnt sich mit guter Planung

Eine Rigipswand selber zu bauen, ist ein realistisches Wochenendprojekt für Heimwerker mit etwas Erfahrung – vorausgesetzt, Ständerwerk, Dämmung und Verspachtelung werden sorgfältig ausgeführt. Bei tragenden Wänden, hohen Schallschutzanforderungen oder umfangreichen Elektroarbeiten empfiehlt es sich dagegen, einen Handwerksbetrieb zu beauftragen. So sparen Sie Zeit, vermeiden teure Nacharbeiten und erhalten ein Ergebnis, das lange hält.
Sie möchten Ihr Trockenbau-Projekt lieber in professionelle Hände geben oder brauchen Unterstützung bei Elektro- und Sanitärarbeiten in der neuen Wand? Über Handwerksratgeber.de finden Sie passende Handwerksbetriebe aus Ihrer Region – geprüft, erfahren und startklar für Ihr Projekt.
Redakteur bei Handwerksratgeber.de · Alle Ratgeber ansehen