Ein Zimmermann kostet 2026 zwischen 60 und 90 Euro netto pro Stunde, in Ballungsräumen mit Aufschlägen von 15 bis 25 Prozent. Für einen kompletten neuen Dachstuhl fallen je nach Bauweise 200 bis 500 Euro pro Quadratmeter Dachfläche an, für die Sanierung eines bestehenden Dachstuhls 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Wer die Lohnkosten in der Steuererklärung angibt, spart zusätzlich bis zu 1.200 Euro pro Jahr.
Inhaltsverzeichnis
Ob neuer Dachstuhl, ausgebautes Dachgeschoss oder Holzcarport im Garten: Sobald tragende Holzkonstruktionen im Spiel sind, führt kein Weg am Zimmermann vorbei. Die Zimmermann Kosten hängen dabei stark von Bauweise, Holzart und Region ab – wer vorab weiß, mit welchen Preisen realistisch zu rechnen ist, verhandelt sicherer und vermeidet böse Überraschungen. In unserer Erfahrung liegt genau hier der größte Unsicherheitsfaktor bei Bauherren: Die Spannbreite zwischen einem einfachen Satteldach und einer aufwendigen Sonderkonstruktion ist erheblich. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen alle relevanten Preise, Kostenfaktoren und Spartipps für 2026 im Überblick.
Was macht ein Zimmermann? Aufgaben & Abgrenzung zum Dachdecker
Der Zimmermann – fachsprachlich auch Zimmerer genannt – ist der Handwerker für tragende und gestaltende Holzkonstruktionen am und im Haus. Zu seinen klassischen Aufgaben zählen der Bau und die Montage von Dachstühlen, der Holzrahmenbau bei Fertighäusern, der Dachgeschossausbau, Fachwerksanierungen sowie freistehende Holzkonstruktionen wie Carports, Gartenhäuser oder Terrassenüberdachungen. Die Ausbildung dauert in Deutschland drei Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab; für die selbstständige Ausführung wesentlicher Tragwerksarbeiten ist in vielen Fällen ein Meisterbrief oder eine vergleichbare Qualifikation erforderlich.
Häufig verwechselt: Zimmermann und Dachdecker sind zwei unterschiedliche Gewerke. Der Zimmermann errichtet die tragende Holzkonstruktion des Dachs – den Dachstuhl. Erst danach übernimmt der Dachdecker die Eindeckung mit Ziegeln, Schiefer oder Blech sowie die Abdichtung. Bei größeren Bauvorhaben arbeiten beide Gewerke eng zusammen, werden aber getrennt beauftragt und abgerechnet. Mehr zu den Preisen der Dacheindeckung lesen Sie in unserem Ratgeber zu Dachdecker Kosten.
Zimmermann Kosten im Überblick: Stundensatz & Tagessatz 2026
Die Zimmermann Kosten setzen sich aus Stundensatz, Material und häufig einer Anfahrtspauschale zusammen. 2026 liegen die Nettostundensätze für Zimmererarbeiten je nach Region und Betriebsgröße zwischen 60 und 90 Euro. Kleinere Betriebe im ländlichen Raum kalkulieren teils günstiger mit 40 bis 70 Euro pro Stunde, während erfahrene Zimmerer in gefragten Regionen bei 50 bis 90 Euro pro Stunde liegen. In Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt sind Aufschläge von 15 bis 25 Prozent auf den Grundstundensatz üblich.
60 – 90 € pro Stunde (netto)
Regional unterschiedlich, in Ballungsräumen +15–25 % Aufschlag
| Leistung | Preis |
|---|---|
| Stundensatz Zimmerer (ländlich) | 40 – 70 €/Std. |
| Stundensatz Zimmerer (Ballungsraum) | 70 – 110 €/Std. |
| Anfahrtspauschale | 20 – 60 € pauschal |
| Mindestauftragswert | meist 200 – 300 € |
Für kleinere Reparaturen oder punktuelle Einsätze verlangen viele Betriebe einen Mindestauftragswert, da sich An- und Abfahrt sowie Materialbeschaffung sonst nicht rentieren. Größere Vorhaben wie ein kompletter Dachstuhl werden dagegen meist als Festpreis auf Basis eines detaillierten Aufmaßes angeboten – dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Was kostet ein Dachstuhl vom Zimmermann? Preise pro m²
Der Dachstuhl ist die häufigste und zugleich teuerste Einzelleistung, die ein Zimmermann übernimmt. Für einen kompletten neuen Dachstuhl im Neubau müssen Sie mit 200 bis 500 Euro pro Quadratmeter Dachfläche rechnen. Diese Spanne setzt sich aus reinem Material inklusive Standardleistung (60 bis 100 Euro pro Quadratmeter), den eigentlichen Zimmermannsarbeiten (80 bis 200 Euro pro Quadratmeter) sowie der Montage vor Ort (30 bis 80 Euro pro Quadratmeter) zusammen. Bei der Sanierung eines bestehenden Dachstuhls – etwa nach Sturmschaden oder Schädlingsbefall – liegen die Kosten mit 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter meist deutlich niedriger, da tragende Grundstrukturen häufig erhalten bleiben können.
Rechenbeispiel: Für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Dachfläche und einem klassischen Satteldach ergeben sich bei mittlerer Ausstattung Gesamtkosten von rund 21.000 bis 35.000 Euro für den kompletten neuen Dachstuhl. Bei einer reinen Sanierung derselben Fläche liegen die Kosten meist zwischen 7.000 und 11.200 Euro.
Ausführliche Preisdetails zum reinen Bauteil Dachstuhl – unabhängig vom ausführenden Gewerk – finden Sie auch in unserem Ratgeber zu Dachstuhl Kosten.

Kostenfaktoren: Wovon der Preis abhängt
Die Zimmermann Kosten schwanken je nach Projekt erheblich. Folgende Faktoren beeinflussen den Endpreis am stärksten:
- Dachform: Ein einfaches Satteldach ist deutlich günstiger als Walmdach, Mansarddach oder komplexe Sonderformen mit mehreren Gauben.
- Holzart und -qualität: Standardholz wie Fichte ist günstiger als witterungsbeständige Hölzer wie Douglasie oder technisch hochwertiges Brettschichtholz.
- Statische Anforderungen: Größere Spannweiten, Sparrenabstände und zusätzliche Lasten (etwa für PV-Anlagen) erhöhen den Materialbedarf.
- Zugänglichkeit der Baustelle: Enge Grundstücke oder fehlende Kranstellflächen verlängern die Montagezeit.
- Vorfertigung vs. Vor-Ort-Zimmerung: Im Werk vorgefertigte Bauteile sind meist günstiger und schneller montiert als klassische Zimmerung auf der Baustelle.
- Region: In Ballungsräumen mit hoher Auftragslage liegen die Stundensätze spürbar über dem ländlichen Durchschnitt.
Zimmermann vs. Zimmerei vs. Generalunternehmer: Was lohnt sich?
Bauherren stehen oft vor der Frage, wen sie überhaupt beauftragen sollen: den einzelnen Meisterbetrieb, eine größere Zimmerei mit mehreren Kolonnen oder den Generalunternehmer, der alle Gewerke bündelt.
| Option | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Einzelner Meisterbetrieb | Persönlicher Kontakt, oft günstigster Preis | Längere Wartezeiten, begrenzte Kapazität |
| Größere Zimmerei | Schnellere Umsetzung, eigene Vorfertigung | Höherer Stundensatz durch Overhead |
| Generalunternehmer | Ein Ansprechpartner für alle Gewerke | Aufschlag für Koordination, weniger Preistransparenz |
Für einen reinen Dachstuhl-Neubau oder eine Sanierung ist ein spezialisierter Zimmerei-Betrieb in der Regel die wirtschaftlichste Wahl. Läuft das Projekt parallel zu Dachdeckung, Dämmung und Innenausbau, kann ein Generalunternehmer trotz höherer Marge Zeit und Koordinationsaufwand sparen.
Ein weiterer Faktor ist die Vorlaufzeit: Gut ausgelastete Zimmereien sind je nach Region mehrere Monate im Voraus ausgebucht, während Generalunternehmer über eigene Kapazitäten oder Subunternehmer oft flexibler planen können. Wer seinen Dachstuhl-Termin an eine bestehende Bauphase koppeln muss – etwa direkt nach Fertigstellung des Rohbaus – sollte die Terminanfrage entsprechend frühzeitig stellen, um Leerstandszeiten und zusätzliche Wetterschutzkosten zu vermeiden.
Typische Leistungen & Preisbeispiele
Neben dem klassischen Dachstuhl übernehmen Zimmerleute eine ganze Reihe weiterer Aufgaben rund um Holzkonstruktionen:
- Dachgeschossausbau (tragende Elemente): je nach Umfang 8.000 – 25.000 € für Verstärkung, Kniestockerhöhung und neue Sparren.
- Holzcarport freistehend: Gesamtkosten zwischen 500 € für einfache Bausätze und bis zu 9.000 € für maßgefertigte Doppelcarports, reine Arbeitskosten meist 1.000 – 3.500 €.
- Fachwerksanierung im Altbau: abhängig vom Schadensbild 150 – 400 € pro laufendem Meter Fachwerk.
- Holzrahmenbau (Fertighaus-Ständerwerk): als Teil des Rohbaus meist im Gesamtpaket kalkuliert, isoliert 90 – 160 € pro Quadratmeter Wandfläche.
Diese Preisspannen sind Orientierungswerte aus der Praxis. Für ein verbindliches Angebot ist immer ein Vor-Ort-Termin mit Aufmaß notwendig, da lokale Gegebenheiten den Preis spürbar verschieben können.
Materialkosten: Holzarten & ihre Preise
Ein erheblicher Teil der Zimmermann Kosten entfällt auf das verwendete Holz. Die Wahl der Holzart beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch Haltbarkeit und Optik der fertigen Konstruktion.
- Fichte/Kiefer (Standard): das mit Abstand gängigste und günstigste Bauholz für Dachstühle, gut verfügbar und einfach zu verarbeiten.
- Konstruktionsvollholz (KVH): technisch getrocknet und maßhaltig, leichter Aufpreis gegenüber Standardware, aber weniger Verzug.
- Douglasie oder Lärche: deutlich witterungsbeständiger, daher beliebt für sichtbare Konstruktionen und Außenbereiche wie Carports – bei spürbarem Preisaufschlag.
- Brettschichtholz (Leimbinder): für große Spannweiten ohne Mittelstützen unverzichtbar, aber die teuerste Variante im Vergleich.
| Holzart | Preis pro m³ (Material) |
|---|---|
| Fichte/Kiefer (Standard) | 300 – 450 € |
| Konstruktionsvollholz (KVH) | 380 – 550 € |
| Douglasie / Lärche | 600 – 900 € |
| Brettschichtholz (Leimbinder) | 700 – 1.100 € |
Die Holzpreise unterliegen saisonalen und marktbedingten Schwankungen – insbesondere bei importiertem Konstruktionsholz kann es innerhalb weniger Monate zu spürbaren Preisänderungen kommen. Seriöse Zimmereien binden aktuelle Marktpreise deshalb meist erst kurz vor Baubeginn verbindlich in ihr Angebot ein und weisen im Kostenvoranschlag auf mögliche Preisgleitklauseln hin.
Förderung & steuerliche Absetzbarkeit von Zimmererarbeiten
Eine direkte KfW- oder BAFA-Förderung gibt es für reine Holzbauarbeiten in der Regel nicht – anders sieht es aus, wenn der neue Dachstuhl im Zuge einer energetischen Sanierung errichtet wird und dabei gleichzeitig die Dachdämmung verbessert wird. In solchen Fällen können Teile der Gesamtmaßnahme förderfähig sein.
Deutlich einfacher ist der steuerliche Weg: Nach § 35a Einkommensteuergesetz können Sie 20 Prozent der reinen Lohnkosten – nicht der Materialkosten – direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen, bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 Euro pro Jahr für Handwerkerleistungen. Voraussetzung sind eine ordnungsgemäße Rechnung mit gesondertem Lohnkostenanteil sowie eine Überweisung – Barzahlungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Alle Details zur Berechnung und zu weiteren absetzbaren Leistungen rund ums Haus lesen Sie in unserem Ratgeber zu haushaltsnahen Dienstleistungen und der Steuer.
Kosten sparen: So senken Sie den Preis ohne Qualitätsverlust
- Mehrere Angebote einholen: Vergleichen Sie mindestens drei detaillierte Kostenvoranschläge, bevor Sie sich festlegen.
- Vorgefertigte Bauteile nutzen: Werksseitig vorgefertigte Dachstuhl-Elemente sind meist günstiger als reine Vor-Ort-Zimmerung.
- Saisonale Preise beachten: In den Wintermonaten ist die Auftragslage vieler Betriebe niedriger – das kann sich im Angebot widerspiegeln.
- Eigenleistung bei Nebenarbeiten: Entsorgung von Altmaterial oder das Anreichen von Bauteilen können Sie oft selbst übernehmen.
- Steuerabzug konsequent nutzen: Die 1.200 Euro Handwerkerbonus reduzieren die effektiven Kosten spürbar.
Zimmermann finden: Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Gerade bei tragenden Holzkonstruktionen ist Qualität kein Bereich, an dem Sie sparen sollten. Achten Sie bei der Auswahl auf einen Meisterbetrieb oder ein Innungsmitglied, aussagekräftige Referenzen vergleichbarer Projekte, einen detaillierten schriftlichen Kostenvoranschlag mit klarer Leistungsbeschreibung sowie eine gültige Betriebshaftpflichtversicherung. Passende Betriebe zu finden, die diese Kriterien erfüllen, ist über unsere Plattform besonders einfach: In unserer Datenbank sind mehr als 2.000 geprüfte Handwerksbetriebe gelistet, darunter zahlreiche IHK-geprüfte Experten für Zimmerer- und Holzbauarbeiten.
Wenn Sie einen passenden Handwerksbetrieb für Ihr Projekt suchen, können Sie direkt über Handwerker finden mehrere regionale Anbieter unverbindlich vergleichen und Angebote einholen.
Häufige Fehler beim Beauftragen eines Zimmermanns
- Nur ein einziges Angebot einholen, statt Preise und Leistungsumfang zu vergleichen.
- Mündliche Absprachen ohne schriftlichen Vertrag oder Leistungsverzeichnis.
- Statische Berechnungen nicht von einem unabhängigen Fachplaner prüfen lassen.
- Den vermeintlich günstigsten Anbieter wählen, ohne Referenzen und Qualifikation zu prüfen.
- Keine klare Gewährleistungsregelung im Vertrag festhalten.

Häufige Fragen zu Zimmermann Kosten
Was kostet ein Zimmermann pro Stunde?
Was kostet ein neuer Dachstuhl vom Zimmermann?
Ist ein Zimmermann dasselbe wie ein Dachdecker?
Kann ich Zimmererarbeiten von der Steuer absetzen?
Was kostet ein Dachgeschossausbau mit tragenden Eingriffen?
Wie finde ich einen guten Zimmermann in meiner Region?
Fazit
Die Zimmermann Kosten hängen maßgeblich von Dachform, Holzart und Region ab – mit 60 bis 90 Euro Stundensatz und 200 bis 500 Euro pro Quadratmeter für einen kompletten Dachstuhl sollten Sie realistisch kalkulieren. Wer mehrere Angebote vergleicht, auf Vorfertigung setzt und den Handwerkerbonus in der Steuererklärung nutzt, senkt die Gesamtkosten spürbar, ohne bei der Qualität der tragenden Konstruktion Abstriche zu machen. Unser Handwerks-Ratgeber liefert Ihnen weitere fundierte Entscheidungshilfen für Ihr Bauprojekt.
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