Der Herdanschluss ist ein zentrales Element in jeder modernen Küche und stellt viele Hausbesitzer und Heimwerker vor wichtige Fragen: Welche Vorschriften gelten? Was kostet der Anschluss? Und kann man ihn selbst durchführen? In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige rund um den Herdanschluss, von gesetzlichen Vorgaben über Kostenaspekte bis hin zu praktischen Anleitungen. Egal, ob Sie einen neuen Herd installieren oder einen bestehenden Anschluss erneuern möchten – hier finden Sie alle relevanten Informationen übersichtlich aufbereitet.
Grundlagen zum Herdanschluss: Was Sie wissen müssen
Ein Herdanschluss ist die elektrische Verbindung zwischen Ihrem Herd oder Ihrer Kochstelle und dem Stromnetz Ihres Hauses. Im Gegensatz zu herkömmlichen Haushaltsgeräten benötigen Elektroherde aufgrund ihrer hohen Leistungsaufnahme einen speziellen Starkstromanschluss mit 400 Volt. Dieser Dreiphasen-Wechselstrom, auch Drehstrom genannt, ermöglicht es dem Herd, mehrere Kochfelder und den Backofen gleichzeitig mit ausreichend Energie zu versorgen. Die Leistung moderner Elektroherde liegt typischerweise zwischen 3.000 und 11.000 Watt, was einen normalen 230-Volt-Anschluss überfordern würde.
Der Herdanschluss besteht aus mehreren Komponenten: der Anschlussdose in der Wand, dem Herdanschlusskabel und der Anschlussklemme am Gerät selbst. Die Anschlussdose ist normalerweise hinter dem geplanten Standort des Herdes in die Wand eingelassen und mit dem Sicherungskasten verbunden. Das Kabel verfügt über fünf Adern – drei Außenleiter (Phasen), einen Neutralleiter und einen Schutzleiter. Diese müssen korrekt angeschlossen werden, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Starkstrom vs. Normaler Haushaltsstromanschluss
Der wesentliche Unterschied zwischen einem Herdanschluss und einem normalen Stromanschluss liegt in der Spannung und der Anzahl der Phasen. Während normale Steckdosen mit 230 Volt und einer Phase arbeiten, nutzt der Herdanschluss 400 Volt über drei Phasen. Diese Konfiguration ermöglicht eine gleichmäßigere Lastverteilung und höhere Leistungen. Die drei Phasen sind um 120 Grad phasenverschoben, was für eine konstante Energieversorgung sorgt und Spannungsspitzen minimiert.
Für Verbraucher ist es wichtig zu verstehen, dass ein Herdanschluss eine eigene Absicherung im Sicherungskasten benötigt. Üblicherweise wird hierfür ein Leitungsschutzschalter mit 16 bis 25 Ampere verwendet, abhängig von der Leistung des Herdes und dem Querschnitt der verlegten Leitung. Diese Sicherung schützt sowohl das Gerät als auch die elektrische Installation vor Überlastung und Kurzschlüssen.
Moderne Induktionsherde und deren Anforderungen
Induktionsherde haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen, da sie effizienter und schneller heizen als herkömmliche Elektroherde. Auch sie benötigen einen Herdanschluss mit Starkstrom, allerdings können die Anforderungen je nach Modell variieren. Einige moderne Induktionskochfelder verfügen über eine intelligente Lastverteilung, die auch bei hoher Leistung die maximal zulässige Stromstärke nicht überschreitet. Dies kann in älteren Häusern mit schwächeren Leitungen von Vorteil sein.
Bei der Installation eines Induktionsherdes sollten Sie besonders auf die Herstellerangaben achten. Manche High-End-Modelle mit Leistungswerten über 7.000 Watt erfordern möglicherweise eine Anpassung der Absicherung oder sogar eine stärkere Zuleitung. Auch die elektromagnetische Verträglichkeit kann eine Rolle spielen, wenn sich in der Nähe empfindliche elektronische Geräte befinden.

Gesetzliche Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen beim Herdanschluss
Die Installation eines Herdanschlusses unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften und Sicherheitsnormen, die in Deutschland primär durch die DIN VDE 0100 und die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) geregelt sind. Diese Regelwerke dienen dem Schutz von Personen und Sachwerten und legen fest, wer elektrische Installationen durchführen darf. Das zentrale Prinzip lautet: Arbeiten am Stromnetz, die über das bloße Anschließen von Geräten an vorhandene Steckdosen hinausgehen, dürfen nur von qualifizierten Elektrofachkräften ausgeführt werden.
Wer darf einen Herdanschluss installieren?
Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an der elektrischen Anlage eines Gebäudes grundsätzlich nur von Elektroinstallateuren mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden. Dies bedeutet konkret: Ein registrierter Elektrofachbetrieb muss den Herdanschluss vornehmen oder zumindest abnehmen und die ordnungsgemäße Installation bestätigen. Ein Verstoß gegen diese Regelung kann nicht nur gefährlich sein, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben. Im Schadensfall kann die Versicherung Leistungen verweigern, wenn die Installation nicht fachgerecht erfolgte.
Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: Wenn bereits eine fertige Herdanschlussdose vorhanden ist und lediglich das Anschlusskabel des neuen Herdes angeschlossen werden muss, können technisch versierte Heimwerker diese Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen selbst durchführen. Dabei müssen sie jedoch äußerst sorgfältig vorgehen und alle Sicherheitsvorschriften beachten. Die Verantwortung liegt dann beim Ausführenden, und im Zweifelsfall sollte immer ein Fachmann hinzugezogen werden. Viele Experten raten grundsätzlich dazu, den Herdanschluss von einem Elektriker durchführen zu lassen.
Wichtige Normen und Richtlinien
Die DIN VDE 0100-410 regelt die Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag und ist für jeden Herdanschluss relevant. Sie schreibt vor, dass alle metallischen Teile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen können, mit dem Schutzleiter verbunden werden müssen. Zudem muss der Schutzleiter immer die gleiche oder eine größere Querschnittsfläche aufweisen wie die Außenleiter, um im Fehlerfall den Fehlerstrom sicher abzuleiten.
Die DIN VDE 0100-520 befasst sich mit der Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel und gibt vor, welche Kabeltypen und Querschnitte für verschiedene Leistungen verwendet werden müssen. Für einen typischen Herdanschluss mit 400 Volt wird normalerweise ein fünfadriges Kabel mit einem Querschnitt von 2,5 mm² verwendet, bei leistungsstärkeren Herden kann auch ein 4 mm² oder 6 mm² Querschnitt erforderlich sein.
Fehlerstromschutzschalter und zusätzliche Absicherungen
Seit 2009 schreibt die DIN VDE 0100-410 für viele Stromkreise den Einbau von Fehlerstromschutzschaltern (FI-Schutzschalter, RCD) vor. Diese Geräte erkennen Fehlerströme bereits ab 30 Milliampere und unterbrechen die Stromzufuhr innerhalb von Millisekunden, bevor es zu schweren Verletzungen kommen kann. Ob für Ihren Herdanschluss ein FI-Schutzschalter erforderlich ist, hängt vom Alter der Installation und der konkreten Situation ab. In Neubauten ist er mittlerweile Standard, bei Altbauten kann eine Nachrüstung sinnvoll oder sogar vorgeschrieben sein.
Zusätzlich zum FI-Schutzschalter muss jeder Herdanschluss mit einem Leitungsschutzschalter abgesichert sein. Dieser schützt die Leitung vor Überlastung durch zu hohe Ströme. Die Dimensionierung erfolgt nach der Leistung des Herdes und dem Leitungsquerschnitt. Ein 16-Ampere-Schutzschalter ist für die meisten Standardherde ausreichend, bei leistungsstärkeren Geräten werden 20 oder 25 Ampere benötigt.
Prüfpflichten und Dokumentation
Nach Abschluss der Installation muss der Elektrofachbetrieb eine Installationsbescheinigung ausstellen, die bestätigt, dass alle Arbeiten norm- und fachgerecht ausgeführt wurden. Diese Bescheinigung ist nicht nur für Ihre eigene Sicherheit wichtig, sondern kann auch von Versicherungen oder bei einem späteren Verkauf der Immobilie verlangt werden. Bewahren Sie dieses Dokument daher sorgfältig auf.
Darüber hinaus sollte die elektrische Anlage regelmäßig überprüft werden. In Wohngebäuden wird eine Prüfung alle vier Jahre empfohlen, bei gewerblichen Objekten gelten kürzere Intervalle. Diese Prüfungen können Defekte frühzeitig erkennen und so Gefahren vorbeugen. Dokumentieren Sie alle Wartungs- und Prüfarbeiten systematisch, um einen lückenlosen Nachweis über den Zustand Ihrer elektrischen Anlagen zu haben.
Kosten eines Herdanschlusses: Mit diesen Ausgaben müssen Sie rechnen
Die Kosten für einen Herdanschluss können je nach Ausgangssituation, Region und gewähltem Fachbetrieb erheblich variieren. Um eine realistische Kalkulation zu erstellen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden: Ist bereits eine Anschlussdose vorhanden oder muss diese neu installiert werden? Wie weit ist die Entfernung zum Sicherungskasten? Sind bauliche Maßnahmen wie Stemm- oder Bohrarbeiten erforderlich? Und nicht zuletzt: Welche Qualifikation und welchen Stundensatz hat der beauftragte Elektrofachbetrieb?
Kostenübersicht nach Installationsaufwand
Wenn bereits eine funktionsfähige Herdanschlussdose vorhanden ist und lediglich der neue Herd angeschlossen werden muss, bewegen sich die Kosten im unteren Bereich. Ein Elektriker benötigt für diese Arbeit normalerweise 30 bis 60 Minuten. Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 50 bis 80 Euro liegen die reinen Arbeitskosten zwischen 25 und 80 Euro. Hinzu kommen eventuelle Anfahrtskosten, die je nach Region und Entfernung zwischen 20 und 50 Euro betragen können. Wird ein neues Herdanschlusskabel benötigt, kostet dieses zusätzlich etwa 20 bis 40 Euro, je nach Länge und Querschnitt.
Deutlich aufwendiger und teurer wird es, wenn keine Herdanschlussdose vorhanden ist oder diese an einem anderen Ort installiert werden muss. In diesem Fall muss eine neue Leitung vom Sicherungskasten zur gewünschten Position verlegt werden. Je nach Entfernung, baulichen Gegebenheiten und erforderlichen Stemm- oder Bohrarbeiten können hierfür schnell 200 bis 500 Euro oder mehr anfallen. Bei einer Neuinstallation müssen Sie mit folgenden Positionen rechnen: Materialkosten für Kabel (etwa 3 bis 8 Euro pro Meter), Herdanschlussdose (15 bis 30 Euro), eventuell neuer Leitungsschutzschalter (20 bis 40 Euro) sowie Arbeitszeit für die Installation (2 bis 5 Stunden).
Regionale Preisunterschiede und Fachbetriebe
Die Stundensätze für Elektroinstallationen variieren erheblich zwischen städtischen und ländlichen Regionen sowie zwischen den Bundesländern. In Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Stundensätze häufig zwischen 60 und 100 Euro, während sie in ländlichen Gebieten eher bei 45 bis 70 Euro angesiedelt sind. Auch die Auftragslage spielt eine Rolle: In Zeiten hoher Nachfrage steigen die Preise, während in ruhigeren Phasen mitunter Rabatte oder günstigere Pauschalangebote möglich sind.
Es lohnt sich daher, mehrere Angebote einzuholen und diese sorgfältig zu vergleichen. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen, die im Angebot enthalten sind. Sind Anfahrt, Material und die Ausstellung einer Installationsbescheinigung inkludiert? Gibt es eine Gewährleistung auf die durchgeführten Arbeiten? Seriöse Fachbetriebe geben diese Informationen transparent an und erstellen detaillierte Kostenvoranschläge.
Zusatzkosten und versteckte Ausgaben
Neben den offensichtlichen Kosten für Material und Arbeitszeit können weitere Ausgaben anfallen, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten. Wenn beispielsweise der vorhandene Sicherungskasten keinen freien Platz mehr für einen zusätzlichen Leitungsschutzschalter bietet, muss eventuell ein größerer Verteiler installiert werden. Dies kann zusätzliche Kosten von 100 bis 300 Euro verursachen. Auch die Nachrüstung eines FI-Schutzschalters, falls dieser noch nicht vorhanden ist, schlägt mit 50 bis 150 Euro zu Buche.
Bei Altbauten können zudem Sanierungsarbeiten an der elektrischen Installation notwendig werden. Wenn die vorhandenen Leitungen nicht mehr den aktuellen Normen entsprechen oder der Leitungsquerschnitt für den geplanten Herd zu gering ist, muss eine komplett neue Zuleitung verlegt werden. Je nach Umfang können solche Arbeiten schnell mehrere hundert bis über tausend Euro kosten. Eine vorherige Bestandsaufnahme durch einen Elektriker kann hier Klarheit schaffen und böse Überraschungen vermeiden.

Kostenvergleich: Fachbetrieb vs. Eigenleistung
Theoretisch können technisch versierte Heimwerker beim Anschluss eines Herdes an eine vorhandene Dose Geld sparen. Die Materialkosten für ein Herdanschlusskabel liegen bei etwa 20 bis 40 Euro, die Arbeitszeit beträgt weniger als eine Stunde. Im Vergleich zu den 100 bis 150 Euro, die ein Fachbetrieb für die gleiche Arbeit berechnet, erscheint dies attraktiv. Allerdings darf die rechtliche Grauzone und das Sicherheitsrisiko nicht unterschätzt werden. Wie bereits erwähnt, sollten Arbeiten am Stromnetz grundsätzlich von Fachkräften durchgeführt werden.
Wenn Sie sich dennoch für eine Eigenleistung entscheiden, sollten Sie zumindest in Erwägung ziehen, die Installation anschließend von einem Elektriker abnehmen und dokumentieren zu lassen. Diese Abnahme kostet deutlich weniger als die komplette Installation, bietet aber die Sicherheit, dass alles korrekt angeschlossen ist. Viele Elektrofachbetriebe bieten solche Abnahmen für 50 bis 100 Euro an. Dies ist eine sinnvolle Investition in Ihre Sicherheit und den Versicherungsschutz.
Fördermöglichkeiten und steuerliche Absetzbarkeit
In bestimmten Fällen können Kosten für elektrische Installationen steuerlich geltend gemacht oder durch Förderprogramme unterstützt werden. Wenn der Herdanschluss im Rahmen einer energetischen Sanierung oder eines barrierefreien Umbaus erfolgt, gibt es unter Umständen KfW-Förderungen oder regionale Zuschüsse. Informieren Sie sich vorab bei Ihrer Hausbank oder der zuständigen Förderbank über aktuelle Programme.
Handwerkerleistungen können in der Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Sie können 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal jedoch 1.200 Euro pro Jahr, steuerlich absetzen. Wichtig ist, dass Sie eine ordnungsgemäße Rechnung mit ausgewiesenen Arbeits- und Materialkosten erhalten und die Zahlung per Überweisung nachweisen können. Barzahlungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Diese steuerliche Erleichterung kann die effektiven Kosten für Ihren Herdanschluss deutlich reduzieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Herd richtig anschließen
Obwohl wir ausdrücklich empfehlen, einen Herdanschluss von einem qualifizierten Elektriker durchführen zu lassen, möchten wir Ihnen in diesem Abschnitt die technischen Schritte erläutern. Dies dient dem Verständnis des Vorgangs und kann Ihnen helfen, die Arbeit des Fachmanns nachzuvollziehen oder bei einer Eigenleistung die richtigen Schritte zu kennen. Beachten Sie: Arbeiten am Stromnetz sind gefährlich und sollten nur mit entsprechender Fachkenntnis durchgeführt werden.
Vorbereitung und Sicherheitsmaßnahmen
Der erste und wichtigste Schritt bei jeder elektrischen Installation ist die Absicherung gegen unbeabsichtigtes Einschalten. Schalten Sie die entsprechende Sicherung im Sicherungskasten aus und sichern Sie sie gegen Wiedereinschalten, beispielsweise durch ein Vorhängeschloss oder einen deutlichen Hinweiszettel. Prüfen Sie anschließend mit einem Spannungsprüfer, ob wirklich keine Spannung mehr an der Herdanschlussdose anliegt. Dieser Schritt ist lebenswichtig und darf niemals übersprungen werden.
Legen Sie alle benötigten Werkzeuge und Materialien bereit: Schraubendreher (Schlitz und Kreuz), Spannungsprüfer, eventuell eine Abisolierzange, das neue Herdanschlusskabel sowie die Bedienungsanleitung Ihres Herdes. Verschaffen Sie sich ausreichend Platz zum Arbeiten und sorgen Sie für gute Beleuchtung. Fotografieren Sie vor dem Abbau die vorhandene Verkabelung, falls Sie später noch einmal nachsehen möchten, wie alles angeschlossen war.
Verkabelung verstehen: Die fünf Adern und ihre Bedeutung
Ein Herdanschlusskabel besteht aus fünf farbig markierten Adern, die jeweils eine spezifische Funktion haben. Die drei Außenleiter (Phasen) sind schwarz, braun und grau gekennzeichnet und führen jeweils eine der drei Phasen des Drehstroms. Der blaue Leiter ist der Neutralleiter (früher Nullleiter genannt), und der gelb-grüne Leiter ist der Schutzleiter (PE). Diese Farbkodierung ist standardisiert und muss unbedingt beachtet werden.
An der Herdanschlussdose finden Sie entsprechende Anschlüsse, die meist mit L1, L2 und L3 (für die drei Phasen), N (für den Neutralleiter) und PE (für den Schutzleiter) beschriftet sind. An manchen älteren Dosen stehen auch die Bezeichnungen U, V, W für die Phasen. Die korrekte Zuordnung ist entscheidend für den sicheren Betrieb des Herdes.
Anschluss an die Herdanschlussdose
Nachdem Sie die Stromfreiheit geprüft haben, öffnen Sie vorsichtig die Herdanschlussdose. Im Inneren befinden sich die fünf beschrifteten Anschlüsse. Lösen Sie gegebenenfalls das alte Anschlusskabel, indem Sie die Schrauben an den Klemmen lösen. Achten Sie darauf, die Adern nicht zu beschädigen. Falls Sie ein neues Kabel anbringen, müssen Sie zunächst etwa 10 bis 15 Zentimeter der äußeren Ummantelung entfernen und dann die einzelnen Adern etwa 8 bis 10 Millimeter abisolieren.
Schließen Sie nun die Adern in der korrekten Reihenfolge an: Die drei Außenleiter (schwarz, braun, grau) an L1, L2 und L3, den blauen Neutralleiter an N und den gelb-grünen Schutzleiter an PE. Achten Sie darauf, dass die abisolierten Enden vollständig in den Klemmen stecken und keine blanken Drähte herausschauen. Ziehen Sie die Schrauben fest an und prüfen Sie durch leichtes Ziehen am Kabel, ob die Verbindungen sicher sind. Eine lose Verbindung kann zu Funkenbildung, Überhitzung und im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.
Anschluss am Herd selbst
Die meisten modernen Herde haben auf der Rückseite eine Anschlussklemme, die durch eine Abdeckung geschützt ist. Entfernen Sie diese Abdeckung mit einem Schraubendreher. Im Inneren finden Sie eine Anschlussklemme mit mehreren Schrauben und einer Brücke oder mehreren Brücken. Die genaue Konfiguration hängt davon ab, ob Ihr Herd für den Anschluss an 400 Volt Drehstrom oder 230 Volt Wechselstrom vorbereitet ist.
Bei einem typischen Drehstromanschluss (400 Volt) werden die drei Außenleiter auf L1, L2 und L3 verteilt, der Neutralleiter kommt an N und der Schutzleiter an PE. Manchmal sind L1 und L2 sowie L2 und L3 mit Brücken verbunden, die für den Betrieb an 230 Volt gedacht sind. Für den Betrieb an 400 Volt müssen diese Brücken in der Regel entfernt werden. Beachten Sie unbedingt die Anschlussanleitung Ihres spezifischen Herdmodells, da die Konfiguration variieren kann.
Führen Sie das Kabel durch die dafür vorgesehene Öffnung und schließen Sie die Adern entsprechend der Anleitung an. Auch hier gilt: Alle Verbindungen müssen fest angezogen sein, und es dürfen keine blanken Drahtenden freiliegen. Nach dem Anschließen befestigen Sie das Kabel mit der vorgesehenen Zugentlastung, damit es nicht versehentlich herausgezogen werden kann. Bringen Sie anschließend die Abdeckung wieder an.

Inbetriebnahme und Funktionsprüfung
Bevor Sie die Sicherung wieder einschalten, überprüfen Sie noch einmal alle Verbindungen sowohl an der Herdanschlussdose als auch am Herd selbst. Stellen Sie sicher, dass alle Abdeckungen ordnungsgemäß montiert sind und keine Kabel eingeklemmt wurden. Schieben Sie den Herd noch nicht komplett in seine endgültige Position, sondern lassen Sie ihn so weit herausgezogen, dass Sie ihn bei Problemen schnell wieder vom Strom trennen können.
Schalten Sie nun die Sicherung im Sicherungskasten wieder ein. Wenn die Sicherung sofort wieder herausspringt, liegt ein Fehler vor – schalten Sie in diesem Fall sofort wieder ab und überprüfen Sie alle Anschlüsse auf Kurzschlüsse oder Verwechslungen. Bleibt die Sicherung drin, schalten Sie den Herd am Gerät ein und testen Sie nacheinander alle Kochfelder und den Backofen. Prüfen Sie, ob alle Platten gleichmäßig heizen und keine ungewöhnlichen Geräusche oder Gerüche auftreten.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Ein häufiger Fehler beim Herdanschluss ist die Verwechslung von Neutralleiter und Schutzleiter. Obwohl beide in älteren Installationen manchmal ähnlich aussehen können, haben sie völlig unterschiedliche Funktionen. Der Schutzleiter (gelb-grün) darf niemals mit dem Neutralleiter (blau) verwechselt werden, da dies schwere Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Im Fehlerfall würden sonst alle metallischen Gehäuseteile des Herdes unter Spannung stehen.
Ein weiterer typischer Fehler ist das unzureichende Festziehen der Klemmen. Lose Verbindungen führen zu Übergangswiderständen, die sich stark erhitzen können. Dies ist eine der häufigsten Brandursachen bei elektrischen Installationen. Ziehen Sie daher alle Schrauben mit angemessener Kraft fest, ohne dabei die Gewinde zu überdrehen oder zu beschädigen. Eine feste, aber nicht übermäßige Verschraubung ist das Ziel.
Auch das falsche Abisolieren der Kabel kann Probleme verursachen. Sind die Adern zu kurz abisoliert, kann die Isolierung in der Klemme eingeklemmt werden, was zu keiner sicheren Verbindung führt. Sind sie zu lang abisoliert, besteht die Gefahr, dass blanke Drähte aus den Klemmen herausragen und Kurzschlüsse verursachen. Die optimale Abisolierlänge beträgt etwa 8 bis 10 Millimeter.
Wartung und regelmäßige Überprüfung
Nach der erfolgreichen Installation sollte der Herdanschluss regelmäßig auf seinen ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden. Kontrollieren Sie gelegentlich, ob die Anschlussdose warm wird, was auf eine lose Verbindung hindeuten könnte. Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche beim Betrieb des Herdes oder auf einen Brandgeruch. Sollten solche Symptome auftreten, schalten Sie den Herd sofort ab und lassen Sie die Installation von einem Fachmann überprüfen.
Bei einem Umzug oder Austausch des Herdes sollte die Anschlussdose ebenfalls überprüft werden. Moderne Anschlussdosen halten zwar viele Jahre, aber mechanische Beanspruchung durch wiederholtes An- und Abschließen kann zu Verschleiß führen. Eine vorbeugende Inspektion durch einen Elektriker alle paar Jahre ist eine sinnvolle Investition in Ihre Sicherheit.
Besonderheiten bei verschiedenen Herdtypen
Nicht alle Herde sind gleich, und je nach Typ können sich die Anforderungen an den Herdanschluss unterscheiden. Während klassische Elektroherde mit Kochplatten und moderne Ceranfeldherde ähnliche Anschlüsse benötigen, gibt es bei Induktionsherden, Gaskochfeldern und autarken Kochfeldern einige Besonderheiten zu beachten.
Autarke Kochfelder und separate Backöfen
Immer mehr Haushalte entscheiden sich für getrennte Lösungen: ein autarkes Kochfeld und einen separaten Einbaubackofen. Diese Geräte benötigen separate Stromanschlüsse. Während das Kochfeld in der Regel weiterhin einen Starkstromanschluss benötigt, kann der Backofen je nach Leistung entweder ebenfalls an Starkstrom oder an eine normale 230-Volt-Steckdose angeschlossen werden. Backöfen mit einer Leistung unter 3.500 Watt können meist an eine normale Schuko-Steckdose angeschlossen werden, sofern diese ausreichend abgesichert ist.
Beachten Sie, dass autarke Kochfelder trotz fehlenden Backofens oft dieselbe oder sogar eine höhere Leistungsaufnahme haben wie kombinierte Herd-Sets. Die Installation erfolgt prinzipiell wie beim kombinierten Herd, allerdings wird nur das Kochfeld an die Herdanschlussdose angeschlossen. Der separate Backofen erhält entweder einen eigenen Herdanschluss oder wird über eine separate Leitung versorgt.
Gaskochfelder mit elektrischer Zündung
Gaskochfelder benötigen primär einen Gasanschluss, viele moderne Modelle verfügen jedoch über eine elektrische Zündung oder Sicherheitseinrichtungen, die Strom benötigen. In diesem Fall wird meist nur ein normaler 230-Volt-Anschluss benötigt, kein Starkstrom. Die Installation eines Gasanschlusses muss zwingend von einem zugelassenen Gas- und Wasserinstallateur durchgeführt werden. Auch hier gelten strenge Sicherheitsvorschriften und Prüfpflichten. Der Herdanschluss im klassischen Sinne entfällt bei reinen Gaskochfeldern weitgehend, stattdessen steht die sichere Gas-Installation im Vordergrund.
Fazit: Sicherheit geht vor
Der Herdanschluss ist ein zentrales Element jeder Kücheninstallation und erfordert sorgfältige Planung sowie fachgerechte Ausführung. Obwohl technisch versierte Heimwerker grundsätzlich in der Lage sein können, einen vorhandenen Herd an eine bestehende Anschlussdose anzuschließen, empfehlen wir aus Sicherheitsgründen nachdrücklich, diese Arbeit einem qualifizierten Elektrofachbetrieb zu überlassen. Die Kosten für eine professionelle Installation sind überschaubar und stehen in keinem Verhältnis zu den Risiken einer fehlerhaften Installation.
Die gesetzlichen Vorschriften dienen Ihrer Sicherheit und der Ihrer Familie. Ein ordnungsgemäß installierter Herdanschluss mit korrekter Absicherung, fachgerechter Verkabelung und vollständiger Dokumentation gibt Ihnen die Gewissheit, dass Sie Ihre Küchengeräte sicher nutzen können. Investieren Sie daher in Qualität und Sicherheit – Ihre Küche ist das Herzstück Ihres Zuhauses und verdient eine erstklassige elektrische Ausstattung.
Bei allen Fragen rund um den Herdanschluss, von der Planung über die Kostenermittlung bis hin zur Umsetzung, steht Ihnen die Expertise von Elektrofachbetrieben zur Verfügung. Nutzen Sie diese Kompetenz und sorgen Sie für eine sichere, normgerechte und langlebige Installation, die Ihnen über viele Jahre hinweg zuverlässigen Dienst leistet.